......man geht auf eine Auktion.
Es ist ja neben dem Loppis (Trödelmarkt) eine beliebte Beschäftigung der Schweden auf Auktionen zu gehen. In der Mittagspause, auf der Arbeit habe ich in der Zeitung gelesen das in Tibro am Wochenende eine Auktion stattfindet.
Da das Wetter diese Woche sehr trübe, nebelig und nasskalt ist, kam diese gerade recht.
Ich bin dann gestern mit Maeva also auf nach Tibro, das liegt etwa 45 km von uns entfernt. Ab 9 Uhr war Besichtigung, um 10 Uhr begann das fröhliche Wettbieten.
Da man ja nie weiss was für Sachen auf einer Auktion angeboten werden ist es immer gut vorher eine Runde zu drehen um sich ein Blid von den vielen Kisten, Kleinkram und Möbeln zu machen. Aber auch um sich einfach nur die Leute anzugucken und zu sehen wer proffessionell ersteigert oder was die Leute für Kitsch noch für Geld ausgeben ist schon lohnenswert.
Da meist bei solchen Auktionen der komplette Hausstand aus Sterbefällen versteigert wird gibt es ne Menge zu stöbern. Häufig ist da so viel Kleinkram bei das komplette oder gar mehrere Kartongs aufeinmal versteigert werden. Da kann man schon mal die ein- oder andere Überraschung erleben oder der letzten Schrott mitbekommen.
Nach einigen Runden haben wir auf das ein-oder andere ein Auge geworfen und gehofft das die Preise nicht weissgott in die Höhe gehen, sonst ist es ja kein Schnäppchen mehr.
Das erste wo ich ein Auge drauf geworfen habe war eine kleine, alte Laterne. Die gab es dann aber nur im Doppelpack mit einem alten massiven Bügeleisen, einem komischen Holzkrug, eine Mokkakanne, ein hässliches Tonbild aus den 70er Jahre und einem " Plättjärn" -einem typ Pfannkucheneisen. Diese wurden früher auf die holzbefeuerten Öfen gelegt. Sieht toll aus, mit einem sehr schönen Muster.
Hier auf den Bildern also meine ersten Ersteigerungen. Die "hässlichen Sachen" unterschlage ich nun mal.
So ging man also Tisch für Tisch, Gang für Gang durch die Halle. Das nächste was uns intressierte war ein Kartong voll mit alten Flaschen und Einmachgläsern, immer gut zu haben.
Hier einige der Flaschen, die man noch benutzen kann. Die haben wir glücklicherweise für eine "Selma", einen 20 Kronen Schein ersteigert ( Selma, weil auf dem Schein Selma Lagerlöff, die Autorin von Nils Holgersson aufgedruckt ist) + 10 Kronen Schlaggebühr. Denn eigendlich war das Mindestgebot 50 Kronen. Also ein Schnäppchen.
Zwischendurch musste Maeva immer zum Auto laufen um unsere Errungenschaften unterzubringen.
Als nächstes war das süsse, kleine Blumenhöckerchen (s.Bild oben auf dem die Laterne steht) an der Reihe, das hätte ich beinahe verpennt. Aber ist nochmal gutgegangen.
Einiges an netten Kleinkram ist für meinen Geschmack zu teuer weggegangen, so das ich vorzeitig ausgestiegen bin oder gar nicht mitgeboten habe als ich die Betäge gehört habe. Z.B. alte Zinkwaschzuber sind sehr begehrt und gehen selten unter 350 kr( etwa 36 €) unter den Hammer. Und auch ein altes Kästchen mit Schmuck und ein Kartong mit Wolle, auf den Maeva scharf war wurden sehr teuer versteigert.
Aber gut, man muss halt die Augen aufhalten. Uns es gibt ja immer mal ne Auktion.
Für das letzte Teil mussten wir wirklich bis zum bitteren Ende ausharren. Eine mechanische Schneidemaschine.
So eine wollte Frank immer mal haben und da wir eh keine hatten und diese so schön klein ist passt die prima in den Küchenschrank. Die Schneidemaschine lag in einem Kartong mit diversen Küchenklamotten wie eine billige Blechauflaufform und Rührschüsseln einer Kartoffelpresse.
Endlich kamen wir meinem Kartong näher. Auf einemal schieben die fünf Kartongs hervor, u.a. meinen und ich musste wohl oder übel auf alle fünf mitsteigern. Neben mir bot noch eine schrullige,alte Dame die uns schon Maevas Schmuckkästchen vor die Nase weggeschnappt hat, mit.
Bei 80 kr ist die Dame ausgestiegen und die fünf Kartongs mit wirklich viel Kleinscheiss waren unsere. Meine erste Sorge- wie soll ich die ins Auto bekommen? Aber ich hatte eine zündende Idee: Ich habe die Dame, die mit mir gesteigert hat gefragt ob sie einen bestimmten Kartong haben wollte, da ich ja nur den einen wollte. Sie hat mir dann die vier anderen für 30 kr wieder abgekauft. Yes- eine Sorge weniger. Ich hatte meinen Kartong und alles war gut.
Da danach auch nichts spannendes mehr kam sind wir heimwärts gefahren und haben dort mal unsere Kartongs vorgenommen. Es war auch mitllerweile halb zwei.
Im Kartong mit den Faschen haben wir für alles eine Verwendung gefunden. Der Kartong mit der Schneidemaschine verbarg noch eine alte Küchenwaage, die zwar etwas ungenau ist aber auch ihren Platz fand.
Die Rührschüsseln kamen in den Schuppen,braucht man immer mal und das einzige was in der Mülltonne gelandet ist war das "hübschhässliche" Tonbild. Also alles richtig gemacht. Der ganze Spass hat und 250 kr gekostet und die Wohnung ist um ein paar schöne Dekoelemente und Gebrauchsgegenstände reicher geworden.
Der Tag hat sich gelohnt.
Derzeit sind wir immer noch schneefrei, letztes Jahr um diese Zeit war schon alles weiss. Auch viele Graugänse rasten immer noch auf einem Acker hinter unserem Haus, sehr ungewöhnlich für diese Zeit.
Die Kommunen sind allerdings alle glücklich das noch kein Schnee liegt, da die letzten zwei Winter die Kommunkassen ziemlich gebeutelt haben. Und auch wir sind froh das wir ausser hier und da mal kratzen noch vom Schneeschieben verschont bleiben.
Einer der nun eher seltenem Momente, morgens um 7.15 auf dem Weg zur Arbeit. Derzeit dominiert das typische Novemberwetter mit Nebelin allen Grautönen.
Aber zu Weihnachten wäre ein wenig Schnee schon schön.